Jing Jin Ji: China plant Megaregion mit 130 Millionen Einwohnern

Beijing | Foto: pixabay.com

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Die Urbanisierung in Asien steht vor dem nächsten großen Sprung. Schon vor ein paar Jahren hatten die Vereinten Nationen darauf hingewiesen, dass nach den Mega-Cities nun Mega-Regionen entstünden, Konglomerationen mit 100+ Millionen Menschen. Als Beispiel wird immer wieder das Perlflussdelta genannt, mit Hongkong, Shenzhen und weiteren Millionenstädten, die zu einem zusammenhängenden Stadtraum zusammenwachsen. Diesen Schritt wird nun auch die Region „Jing Jin Ji“, bestehend Beijing, Tianjin und der Hebei-Provinz, gehen. Ein sehr interessanter Report über die entstehende 130-Millionen-Supermetropole in der New York Times. Eine Schlüsselrolle dabei werden Hochgeschwindigkeits-Bahnlinien spielen.

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Wie Social Media die Wahrnehmung Afrikas ändert

Afrika ist schon lange nicht mehr der „dunkle Kontinent“, als der er in den westlichen Medien immer noch dargestellt wird. Wenn Afrika überhaupt einmal in den Hauptmedien vorkommt, dann in Zusammenhang mit Anschlägen, Katastrophen oder Piratenangriffen. Im Schatten dieser Ereignisse sind viele Länder auf dem Weg zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, die mit den asiatischen Staaten vor zwei Jahrzehnten vergleichbar ist. China hat das längst erkannt und investiert massiv in die Infrastruktur des Landes. Der trendende Hashtag

#TheAfricaTheMediaNeverShowsYou

zeigt jetzt die andere Seite Afrikas. Hier findet Modernisierung statt. Einige der nächsten Mega-Metropolen liegen in Afrika, große Stadtentwicklungsprojekte sind in der Pipeline und werden dafür sorgen, dass der vergessene, von vielen abgeschriebene Kontinent noch überraschen wird. Der Twitter-Soulstorm zu Afrika gibt eine Andeutung. Es wäre höchste Zeit, auch in Deutschland das mediale Interesse an der Welt neu zu fokussieren.



 

 

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Coming of Age: Auch die Stadtbevölkerung wird immer älter

Woman | © pixabay.com

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Kann die Smart City Lösungen für Städte bieten, in denen die Bevölkerung im Schnitt immer älter wird? Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, wie stark sich Deutschland derzeit verändert. Schon 2030, das ist gar nicht mehr so lange hin, steigt die „Zahl der über 80-Jährigen bis dahin bundesweit um fast 50 Prozent auf über 6,3 Millionen.“ Auch Städte wie Berlin, so schreibt die ZEIT, mit einer jungen und wachsenden Bevölkerung müssen sich auf ein starkes Plus in dieser Altersgruppe einstellen. 2030 wird die Hauptstadt rund drei Viertel mehr Einwohner über 80 haben. Mobilität, spezifische E-Commerce-Angebote oder vernetzte und in Smart Homes integrierte Gesundheits- und Ambulanzangebote sind Dinge, die mir auf Anhieb dazu einfallen. Sie wären nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Raum Chancen, die dünner werdende Infrastruktur auszugleichen.

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Studie: Warum manche Nachbarschaften kreativ sind, andere nicht

Eine neue Studie aus Kanada setzt sich mit der Frage auseinander, in welchen Stadt-Gegenden Wissenschaftler und Kreative leben und arbeiten. Der Hintergrund ist die Suche nach den Ursachen, warum manche Orte kreativer oder innovativer sind als andere und warum sich Spezialisierungen ausdifferenzieren. Die kanadische Studie, die sich auf die Großräume Toronto, Vancouver und Montreal bezieht, findet übereinstimmende Muster, die sicher so nicht auf Europa übertragbar sind, aber deutliche Hinweise auf unterschiedliche Bedürfnismuster geben.

Toronto | Foto: pixabay.com

Toronto | Foto: pixabay.com

 

Zusammenfassung der Studie:

SPENCER G. M. Nachbarschaften des Wissens: urbane Form und evolutionäre Wirtschaftsgeografie, Regional Studies. In diesem Beitrag werden die Verbindungen zwischen der urbanen Form von Nachbarschaften in Beziehung auf die evolutionäre Wirtschaftsgeografie von wissensintensiven Branchen untersucht. Aus den gezeigten Daten geht hervor, dass sich Firmen in ’kreativen’ Branchen tendenziell eher in dicht besiedelten Nachbarschaften mit gemischter Nutzung in der Nähe des Stadtkerns ansiedeln, während sich ’wissenschaftsbasierte’ Branchen eher in dünn besiedelten Nachbarschaften mit einzelner Nutzung in den Vorstädten konzentrieren. Es wird argumentiert, dass diese räumlichen Muster mit der Tatsache zusammenhängen, dass Netzwerke zwischen Firmen in den ’kreativen’ Branchen wichtiger sind, während ’wissenschaftsbasierte’ Branchen stärker auf Wechselwirkungen und Lernprozesse innerhalb der Firma angewiesen sind.

Studie als PDF

Zusätzliche Erkenntnisse

Citylab-Gründer Richard Florida arbeitet noch zwei weitere Aspekte aus den Ergebnissen heraus, die sehr spannend sind. So sieht er erstens klare Hinweise auf die Entstehung kreativer oder technisch-innovativer Stadtviertel. In beiden sind es „Ankerfirmen“, um die herum sich Strukturen entwickeln:

Both kinds of neighborhoods have “anchors.” The anchors for high-tech districts are other large high-tech firms and research universities, especially engineering programs. The anchors for creative neighborhoods can include universities, but also specialized arts, music or design colleges, galleries, performance venues and theaters.

Zweitens lässt sich laut Florida erkennen, dass die Nachbarschaften der Kreativen deutlich komplexere Muster aufweisen, weil hier soziale Interaktionen wesentlich wichtiger und ausgeprägter sind als bei den wissenschaftlich basierten Berufen.

The urbanity and organic texture of creative neighborhoods make them much harder to design and engineer from scratch.

Was bleibt?

Spannend finde ich, wie hier herausgearbeitet wurde, wie sich unterschiedliche Ausprägungen der „Creative Class“ im Stadtraum lokalisieren lassen. Die Kreativen bevorzugen Gegenden in Zentrumsnähe, mit dichter Infrastruktur an Geschäften und Cafes, ÖPNV und kurzen Wegen zwischen Arbeit und Zuhause. Die eher technisch orientierten Hightech-Kreativen arbeiten in der Vororten und legen weite Strecken zwischen Wohn- und Arbeitsort zurück. Ob das wirklich nur daran liegt, dass letztere eher am Austausch innerhalb der Unternehmen orientiert sind, während die Kreativen sich über Firmengrenzen hinweg austauschen? Einer der Gründe könnte auch sein, dass Tech-Companies nun einmal größer sind als die meisten Kreativfirmen, deshalb mehr Platz im Vorort brauchen und stärker auf ihre eigenen, spezifischen Produkte bezogen sind.

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Växjö: Die Stadt der Radfahrer – und mehr

Vorfahrt für Radfahrer: Beispiel Växjö

Vorfahrt für Radfahrer: Beispiel Växjö

Während man hier erst darüber redet, wird Mobilität in Skandinavien bereits ganz neu gelebt. Zum Beispiel im südschwedischen Växjö: Neue Wohnviertel werden für Radfahrer und Fußgänger geplant, nicht mehr für Autos. Radler erhalten per elektronischer Anzeige Dankesgrüße, und selbst in der Fußgängerzone sind Fährräder erlaubt. Continue Reading →

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Aspekte der Smart City

Die Entwicklung der Smart City wird von verschiedenen Bereichen angetrieben und flankiert, die ebenfalls von neuen Technologien, dem Internet der Dinge und auf Sensoren basierenden Informationssystemen profitieren.

Smart Mobility ist ein offensichtliches Beispiel. Auf der Suche nach nachhaltigen Verkehrskonzepten werden die Echtzeit-Erfassung von Verkehr, Verkehrsprognosen und intelligent verbundene Verkehrssysteme eine immer größere Bedeutung erfahren. Schon bald werden Fahrzeuge Daten untereinander austauschen. Der selbstfahrende Pkw ist keine Utopie mehr.

Smart Commerce wird noch selten mit der Smart City in Verbindung gebracht, doch der Zusammenhang sollte sich schnell erschließen. Der stationäre Handel muss sich neu erfinden, um im Konkurrenzkampf mit dem eCommerce zu bestehen. Bereits heute werden Beacon- und Nahfunkkonzepte erprobt, um Kunden besser zu informieren und in oder durch die Läden zu lotsen. Experten sehen hier gewaltiges Potenzial. Location based Services, so die Erwartung, werden zunehmen wichtiger für die Händler vor Ort. Auch die Stadt könnte hiervon profitieren, durch neue Services, mehr lokale Informationen, neue Medienformen und natürlich eine weiterhin attraktive Einkaufszone.

Smart Living nenne ich eine Entwicklung, die darauf abzielt, den öffentlichen Raum neu zu entdecken und zu nutzen. Dies muss nichts mit Technologie zu tun haben, steht in der Regel jedoch in engem Zusammenhang mit sozialen Medien und neuen Lebensentwürfen, die erst durch das Internet, Mobile und Social Media an Dynamik gewonnen haben.

Smart Environment ist vielleicht der spekulativste der hier aufgeführten Bereiche. Meine These ist, dass wir derzeit in die Lage versetzt werden, Beobachtungssysteme in der Umwelt (Boden, Luft, Klima, biologische Prozesse etc.) zu installieren, die uns auch hier Echtzeitinformationen in einem bislang nicht vorstellbaren Umfang bereitstellen werden. Ich nenne dies „die zweite Vermessung der Welt“. Einige Anregungen zu dieser Sichtweise stammen aus dem Buch „Die analoge Revolution“ von Christian Schwägerl. Ein zentraler Ansatzpunkt wird aus meiner Sicht das Gesundheitswesen sein.

Smart Grids werden sich bereits in naher Zukunft durchsetzen. Ob es wirklich bald ein „Energie-Internet“ geben wird, wage ich noch zu bezweifeln. Aber mit der Entwicklung zum energetischen Prosumenten, der einen Teil seines Energieverbedarfs selbst herstellt, wird es unweigerlich flexiblerer Verteilungsmöglichkeiten bedürfen. Gleiches gilt auch für den Wärmemarkt, wo interaktive Nahnetze immer öfter zum Einsatz kommen werden.

Smart Home: Die Revolution in den eigenen vier Wänden ist längst losgetreten. Dabei geht es vielleicht weniger um „Spielereien“ für Gadgetfreaks, sondern mehr um Nachhaltigkeit und einen geringeren Ressourcenverbrauch. In dem Maße, in dem einfache, offene Lösungen dazu beitragen werden, auch Geld zu sparen, wird die Vernetzung im Haus relativ schnell voranschreiten. Alles weitere wird man sehen.

 

 

Aspekte der Smart City | agorazein.de

Aspekte der Smart City | agorazein.de

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Open Data: Smart Hacks für die Smart City

Der möglichst ungehinderte Zugang zu Informationen der Politik und der öffentlichen Verwaltung ist ein Demokratie-Kriterium, das zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Bislang war und ist es an den meisten Stellen eher schwierig, Informationen und Datenmaterial zu bekommen. Verwaltungen sind traditionell verschlossen, Verantwortung soll nicht zurechenbar sein. Doch der Kulturwandel ist bereits eingeleitet. Open Data oder Open Government sind Stichworte, die schon lange durch die Öffentlichkeit geistern. Aber erst langsam wird klar, was damit gemeint ist und was daraus noch entstehen kann.

Zugang zu Verträgen, Dokumenten und Daten

Auf einer Veranstaltung der Social Media Week Hamburg 2015 haben drei „Insider“ dankbarerweise auch bei mir für etwas mehr Verständnis gesorgt, was das Potential von Open Data angeht: Christian Heise, Mitglied des Vorstands der Open Knowledge Foundation e.V.,
Christian Horn, Geschäfts- und Koordinierungsstelle GovData, und der Datenjournalist Martin Virtel von OpenDataCity. Anlass für die Session war unter anderem der Launch des Hamburger Transparenzportals im Jahr 2014.

Seit September 2014 hat Hamburg ein Transparenzportal. Hier finden Interessierte Tausende von Dokumenten und Daten aus Politik und Verwaltung: Protokolle aus Senat und Verwaltung, Beschlüsse, Aktenpläne, Verträge, Statisitikdaten, Daten zu Umwelt, Verkehr, Wohnen, Bauen,… Das Transparenzportal ist eine wichtige – und in Deutschland derzeit noch einmalige – Quelle, in der Bürger, Journalisten oder Wissenschafter Informationen zu Themen finden, an denen sie in Bürgerinitiativen oder Vereinen arbeiten.

Die Bereitstellung öffentlicher Daten ist eine wichtige Voraussetzung, um sowohl Kontroll- als auch Partitzipationschancen zu eröffnen. Indem Entwickler darauf zugreifen können, ergeben sich die Möglichkeiten für die Aufbereitung abstrakter Zahlenkolonnen, die wiederum Menschen motivieren können, an der Stadtentwicklung aktiver teilzunehmen. So können beispielsweise Anwohner schneller und einfacher Informationen über anstehende Planungen erhalten, die sie angehen.

Mit Blick auf den kommenden Daten-Tsunami, ausgelöst durch das Internet der Dinge und eine Zunahme smarter Infrastruktur, ist das Open-Government-Konzept ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Smart City, in der auch die Nutzer Partizipationschancen bekommen.

 

Code for Germany Homepage

Code for Germany Homepage

Ressourcen

Eine grundlegende Einführung zu Open Data und damit verbundenen Fragen bietet das Open Data Handbuch.

Derzeit noch im Beta-Stadium, aber bereits sehr interessant: GovData, das Datenportal für Deutschland. Dahinter verbergen sich auch die Informationen des Hamburger Transparenzportals.

Gutachten der Bundesregiergung zu Open Government Data (PDF).

Sehr tolle Initiative: Code for Germany („Nutz deine Fähigkeiten, um deine Stadt zu verbessern“), regelmäßige Treffen in vielen Städten Deutschlands.

 

 

 

 

 

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Das Ende von Agorazein ist ein neuer Anfang

Seit dem 1. April 2006 habe ich hier unter Agorazein ein persönliches Blog geführt. Die Vielfalt und die Unsortiertheit der Themen entspricht meinen Idiosynkrasien (Lieblingswortalarm). Ich weiß nicht, ob sich jemals jemand die Mühe gemacht hat, diese Zusammenhänge zu verstehen. Ich habe auch keine Lust, sie zu erklären. Jedenfalls werde ich diese Seite, so wie sie ist, archivieren und aus dem Netz nehmen. Die Domain bleibt, und ich werde in Kürze unter Agorazein ein neues Thema eröffnen, das an einigen Stellen hier schon sichtbar war, aber dem ich in Zukunft mehr Arbeit und Aufmerksamkeit widmen möchte. Stay tuned.

Wer mag, findet mich bei Facebook oder, mehr auf den Job bezogen, bei Twitter.