4 Magazine, für die ich auf dem iPad bezahlen würde

Februar 1st, 2010 § 12

Wird das iPad den Journalismus retten? Nun ja, bestimmt nicht von allein. Es muss schon was von uns kommen, den Contentproduzenten.

1. Ein Jazz-Magazin mit Sound-Beispielen

Ersetze Jazz durch Pop, Hip Hop, Klassik oder was auch immer. Ein klingendes Musikmagazin, das sich trotzdem anfühlt und lesen lässt wie ein echtes Magazin, auf Wunsch aber kleine Sound- oder Vidoesamples liefert, damit man die Rezensentenlyrik mit der Wirklichkeit abgleichen kann. Von mir aus kann das auch von Amazon sein, mit den Bestelllinks hinten dran.

2. Ein frei konfigurierbares TV-Magazin

Wäre das nicht toll: Ein Programmie, der sich nach den individuellen Vorlieben sortiert? Mit intelligenten Vorschlägen für ähnliche Sendungen? Mit kleinen Trailern zum Abrufen? Und der am Ende auf Knopfdurck den Recorder programmiert (oder zumindest den Showview-Code in einer Größe anzeigt, die ich ohne Lesebrille und zusätzliche Lupe entziffern kann)?

3. Den Realtime-Spiegel (nicht Spon)

Das Nachrichtenmagazin der Zukunft wird nicht mehr auf Papier gedruckt sein, es wird aber auch nicht wie Spiegel Online sein. Und damit meine ich nicht nur die peinliche Klickschinderei mit Fotostrecken und Promi-News. Ich will aber auch kein PDF, und um Himmels Willen kein Flash. Ich will die Qualität des gedruckten Spiegels (ja ja, früher war alles besser, das will ich jetzt gar nicht diskutieren) in digitaler Form. Und natürlich in Realtime, nicht erst am Montag.

4. Eine Art Geo 2.0

Ein Problem des Browser-Webs ist ja die Einschränkung, die man sich als Gestalter auferlegen muss. Deshalb sind ja auch Magazine wie Geo oder National Geographic so schwach im Netz. Da kann halt optisch nichts gegen die Printausgabe anstinken, und deshalb werden so Erlebnis- und Reportage-Formate erst in einer Umgebung zum digitalen Selbt kommen, die diesen Limitierungen nicht mehr unterligen.

§ 12 Responses to “4 Magazine, für die ich auf dem iPad bezahlen würde”

  • Juan Pérez says:

    Heute ist Montag, du hast ein Sport- oder Fussballmagazin vergessen!

  • meise says:

    Da würde mir ehrlich gesagt der Mehrwert fehlen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es eine Möglichkeit für die Regionalverlage wäre. Wenn die Ihre lokale Kompetenz verknüpfen würden, um gegen die Übermacht der Bild zu agieren, dann … Aber das macht ja keiner.

  • sound says:

    Nummer 1 finde ich eine sehr schöne Möglichkeit, Altes mit Neuem zu verbinden. Falls die Umsetzung so funktionieren würde, wie ich mir das gerade vorstelle… Mein Konto würde mich hassen!

  • ben_ says:

    Ich hab ja praktisch nie in einem Haushalt gelebt, der kein GEO Abo hat und muss ehrlich sagen, dass mein Herz ein wenig an dem Magazin hängt. Umsomehr blutet mein Herz beim Anblick dessen, was die GEO online seit Jahren an Chancen vergibt.

    Wenn Du allerdings glaubst, dass Online typographisch Print immer noch unterlegen ist, darf ich vielleicht auf ein zwei Blogs hinweisen, die just in diesen Tagen das Gegenteil beweisen:

    http://www.coldheat.de/archiv/2010/01/et.php
    http://codecandies.de/2009/12/04/the-taking-of-pelham-123/
    http://blog.fymmie.de/26/11/2009/sehr-gut-sogar
    http://danny-garcia.com/articles/full/dieter_rams
    http://dustincurtis.com/public-fried-chicken.html

  • MS says:

    Geo bräuchte ich persönlich jetzt nicht. Zu den anderen Punkten kann ich nur zustimmen. Spiegel App wäre dann sicher interssant mit Videos aus dem Bundestag zu aktuellen Themen :-)

  • Felix Nagel says:

    Auf dem iPad lesen Sie gar nichts sonderlich lange weil ihnen die Augen wehtun. Und die Hand.

    Aber Apple-Fanboys blenden ja seit Jahren gekonnt die Fakten aus ;-)

  • meise says:

    @Ben_: Vielen Dank für die tollen Links! Das sind wirklich sehr außergewöhnliche Gestaltungen, die wunderbar umgesetzt sind. Aber wenn ich nicht total daneben liege, dann schaffen es die Leute dort ja auch “nur”, innerhalb der gegebenen Limitierungen besondere Lösungen zu finden. Ich glaube, dass wir diese HTML4-Welt bald verlassen werden. Gerade typografisch. Ich habe auf meiner Jobseite (http://reporterpool.de) kürzlich ein wenig mit Typekit gespielt, um von diesen fünf oder sechs Standardfonts wegzukommen. Das ist eine Möglichkeit. Und es ist bestimmt noch viel mehr in der Pipeline.

  • meise says:

    @Felix Nagel: Nach über 20 Jahren mit Macs (und diversen anderen Betriebssystemen) kenne ich die Stärken und Schwächen von Apple durchaus. Insofern ist Fanboy schon okay!

  • JFS says:

    Hahaha :D Jetzt muss man sich sogar Verwendungszwecke für das iPad *ausdenken*, weil es schlicht und einfach keine echten hat. Was da von allen Seiten auf dieses Gerät projiziert wird… fantastisch. Aber nix gegen den Artikel, der ist nett.

  • ich says:

    Zu 2. meinst Du sicherlich so was, was es schon gibt (TB Browser)?

  • ich says:

    TV Browser natürlich…

  • tralafiti says:

    was punkt 2 angeht, kann ich moviepilot.de empfehlen ;-) ist zwar “nur” für filme, aber immerhin.

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