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Der Käufer ist ein Vollidiot

Zwei Dinge aus den beiden letzten Tagen, wo ich denke, das kann jetzt aber nicht wahr sein.

Gestern habe ich festgestellt: Das mit weitem Abstand teuerste Kinderfahrrad, es kommt von einer deutschen Firma (puky.de), wird doch tatsächlich ohne Fahrradstütze ausgeliefert! Die können Sie für knapp 5 Euro nachbestellen. Immerhin ist eine Klingel dran, dafür muss man dann schon dankbar sein. Und meine Tochter soll das Rad jetzt einfach auf den Boden werfen oder was?

Gerade versuche ich, ein sauteures Türreck einer bekannten Markenfirma (alex.de) anzubringen, und muss feststellen, dass die mitgelieferten Schrauben nicht nur zu keinem meiner zehn Kreuzschraubendreher kompatibel, sondern auch nach einigen Umdrehungen total rundgedreht sind, und zwar nach beiden Seiten. Das ist Totalschrott, der da mitgeliefert wird. (Und wenn es dann mit eigenen Schrauben angebracht ist, stellt man fest, dass es sich gar nicht arretieren lässt. Schon mal Klimmzüge an einem Reck gemacht, das sich mitdreht? Brauchen wir zwar nicht dafür, aber trotzdem.)

Muss das sein?

Ich verstehe ja, dass man sparen muss, ich muss das auch. Aber deswegen den Kunden als Vollidioten zu betrachten und das eigene Produkt (und damit die eigene Marke) zu versauen, das kann ich nicht nachvollziehen. Das ist so, als wenn ich meine Texte ohne Satzzeichen abliefern würde. Tja, liebe Redaktion, der Kostendruck, die Konkurrenz, you know.

Wissen als Feindesland, Teil I

Warum ist das eigentlich so, dass sobald es ums Internet geht, deutschen Medien nicht nur jeglicher Wirklichkeitssinn verloren geht, sondern sie auch bar jeglicher Ahnung ins virtuelle Dunkle hineinspekulieren, dass es eine Pein ist? Da ist zum Beispiel die Titelgeschichte des Spiegels diese Woche, in der sich die Menschheit (Kleiner gings nicht? Warum nicht gleich das ganze Universum?) entblößt, die aber doch nur ein halbes Jahr nach genau der gleichen Focus-Geschichte über Web 2.0 referiert. Und dann heute ein Teaser auf der Welt-Kompakt, wonach jetzt – man achte bitte auf die Begrifflichkeit – MP3-Blogs (also Musikblogs) die ganz große Gefahr für die Filmstudios würden, weil die Leute da ihre Videos jetzt kostenlos herunterladen. Ja, das stand da so, aber fragen Sie mich jetzt bitte nicht, was sich dahinter für ein Schwachsinn verbirgt, denn ich werde nicht auch noch Geld ausgeben, um mir so einen Unsinn zu kaufen. Den Spiegel habe ich ja abonniert. Leider, muss man immer öfter sagen.

Mont St. Michel im Regen

Mont St. MichelÜber den Sinn, den millionfach fotografierten Mont St. Michel auch noch einmal selbst abzulichten, könnte man jetzt gut streiten. Aber wenn man schon mal da ist, wäre es natürlich nicht so intelligent, als einziger Besucher kein Foto vom Berg im Meer zu machen. Aber auch im Fall des Mont St. Michel gilt: Kein Foto kann den Eindruck ersetzen, das Bauwerk selbst gesehen zu haben. Wie es sich aus der Bucht erhebt und über der flachen Landschaft thront, das ist schon beeindruckend und nicht im Bild festzuhalten.

Mont St. Michel 4 Mont St. Michel 5 Mont St. Michel 3

Erschreckend ist das Niveau der Läden und Restaurants im Inneren der Befestigungsanlage. Niemand würde erwarten, der Mont St. Michel sei völlig untouristisch, aber das alles vollgestopft ist mit billigem Plastiksspielzeug, das ist dann doch bedrückend.
Mont St. Michel 6 Mont St. Michel 6 Mont St. Michel 2

Fan Kyra



Fan Kyra 2 | by meise.

Deutsch als Fremdsprache, Teil 1

Aus der Borkumer Zeitung: “Das Übel liegt daran, dass das Ziffernblatt der Süduhr aus noch unbekannten Umständen – wahrscheinlich Altertum – nach unten gefallen ist.”

Erst auf den Mann, dann zum Ball

Ich mag den einen nicht, und den anderen auch nicht. Eigentlich. In diesem Fall bin ich allerdings ganz eindeutig auf der Seite von Henryk M. Broder, der bei Spiegel Online dem (wie man munkelt eher unbeliebten) Kulturressortleiter des Spiegels, Matthias Matussek, mächtig ans Bein gepisst hat. Wortmächtig und von einer bei uns zu selten anzutreffenden Bissigkeit und Härte. Erst auf den Mann, dann zum Ball. Natürlich ging es um das neue Matussek-Buch, der irgendwie von sich geben musste, wie stolz er ist, ein Deutscher zu sein. Diesen Bekenntnisscheiß, den kennt man ja, als wenn es irgendwie wichtig wäre, stolz zu sein auf seine zufällige Herkunft. Soll er doch, aber man muss ja nicht auch noch ein Buch darüber schreiben. Jetzt hat er – Matussek – es sich aber nicht nehmen lassen, auch noch eine Replik darauf zu schreiben. Dumm, dumm, dumm. Und dann auch noch so hüftsteif, so defensiv eingestellt. Damit mogelt man sich vielleicht ins Finale, wenn man einen guten Torwart hat, aber Weltmeister wird man damit nicht.

Die neuen Kornbrenner

Früher machte man Jagd auf diejenigen, die sich ihren Schnaps selber brannten. Heute stehen möglicherweise andere Kornbrenner im Visier: Immer mehr (vor allem) Landwirte liefern ihr überschüssiges Getreide nicht mehr in der Müllverbrennung ab, sondern nehmen es lieber selbst zum Heizen. In Dänemark stehen schon ganz offiziell 15000 Biomasseanlagen, in denen Getreide verfeuert wird. Das jedenfalls weiß die Süddeutsche, die gleichfalls über 10 000 bislang meist illegale Anlagen in Deutschland berichtet. Derzeit wird jedoch beraten, inwieweit “Heizen mit Weizen” in Deutschland möglich sein soll. Der Druck ist groß. Im Vergleich zu Heizöl kostet Getreide weniger als die Hälfte.

warnung 2

Und gleich noch eine Warnung hinterher, sie betrifft den iPod Camera Connector, also dieses kleine überteuerte Ding, mit dem man Bilddaten von der Kamera direkt auf den iPod Photo übertragen kann. Ich habe das jetzt ausgiebig getestet und dabei feststellen müssen, dass sich der iPod als Backup für Bilder nur bedingt eignet.

Erstens ist die Übertragung sehr, sehr langsam. 512 MB benötigen etwa eine halbe Stunde.

Zweitens ist danach der Akku leer, da die Übertragung und Speicherung der Daten offensichtlich Schwerstarbeit darstellt für den Apparat. Danach habe ich das Dinge immer eine Nacht ans Netz hängen müssen. Ich habe dann von meiner 2GB-Karte nie mehr als höchstens 1 GB übertragen, das ging noch so eben.

Drittens ist die Kombination Kamera / Connector / iPod extrem störanfällig, wenn eine bestimmte Reihenfolge nicht eingehalten wird. Bei einem der ersten Versuche habe ich es tatsächlich geschafft, dass sich der iPod so total aufgehängt hat, das gar nix mehr ging, weder aussschalten noch sonstwas. Selbst die Displaybeleuchtung blieb an. Ich dachte schon, jetzt kann ich die Reportagefotos mehrerer Tage abschreiben, aber als der Akku dann nach ein paar Stunden leer war, ließ sich das Gerät wieder ganz normal starten – puh!

Hinterher bin ich folgendermaßen vorgegangen: Connector an die angeschaltete Kamera anschließen, erst dann alles an den iPod andocken. Das ging, auch wenn sich der iPod nach dem Übertragen teilweise irgendwie “verschluckte” und sich mal kurz neu booten musste.

Fazit: Bei der nächsten Reise gibt es doch ein Extrapaket Speicherkarten.

warnung vor serverschleuder

Hier mal ein Warnung vor dem Provider Serverschleuder.de. Der Billigheimer stellt nicht nur eine extrem störungsanfällige Infrastruktur zur Verfügung (dieses Angebot war vorher dort gehostet), sondern hat auch versteckte Kosten im Programm (“Deaktivierungskosten”), ist unfähig, Faxe zu empfangen und zu lesen, und zudem in der Kundenkommunikation auf dem Niveau der früheren DDR-Gastronomie. Lieber ein paar Mark mehr ausgeben. Es gibt genügend Alternativen.

One for the road

Bus1

Unser neues Familienmitglied ist bereits 19 Jahre alt, aber dafür ganz gut in Schuss. Sein offizieller Name ist Westfalia Joker, und sein 70-PS-Diesel hat – wie der gesamte Wagen – 250 000 Kilometer hinter sich. Also fahren wir immer ganz vorsichtig mit 100 km/h über die Bahn, weil viel schneller geht’s eh nicht, und mit so einem Auto muss man etwas Zeit mitbringen!

(Auf’s Bild klicken macht es größer, noch einmal draufklicken zum Verkleinern.)

Mail dem Bus: westfalia (at) joker.ms