Pat Martino & John Scofield & Joey DeFrancesco spielen Sunny – enjoy!
(Videos einbinden funktioniert mit Safari, aber nicht mit Firefox, … grübel …)
Pat Martino & John Scofield & Joey DeFrancesco spielen Sunny – enjoy!
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Ich hätte hier jetzt gerne ein Video eingebunden, aber irgendwie funktioniert plötzlich nicht mehr, was vorher funktionierte. Es ist einfach immer wieder ein Frust mit der Blogsoftware, den aktuellen Browserversionen oder was auch immer. Irgendwas funktioniert immer nicht. Deshalb hier eine Plain-Text-Version:
Auf Youtube finden Sie eine Reihe sehr interessanter Videos von Wes Montgomery. Es handelt sich um Teile einer Session im belgischen Fernsehen, zum Beispiel um das Coltrane-Stück Impressions, das ich hier gerne eingebunden hätte. Weitere Teile der Session sind auf der im vergangenen Jahr veröffentlichten CD Live in Belgium 1965 zu hören. Die CD umfasst auch Aufnahmen aus Hamburg und England.
Wes Montgomery war übrigens nur einmal in Europa, anlässlich einer Tournee im Frühjahr 1965. Das Video ist sicher nicht die heißeste Version von Impressions, die Montgomery aufgenommen hat, doch man kann sehr gut die Technik des Gitarristen studieren, insbesondere seine Art, die Saiten mit dem Daumen anzuschlagen.
Till Brönner – Oceana
Amazon schreibt, er sei der Popstar unter den heimischen Jazzern. Ja warum nur?, frage ich mich, wenn ich mir Oceana anhöre. Der Mann sieht gut aus, keine Frage, und Trompete spielen kann er vermutlich auch. Schade nur, dass er zumindest letzteres auf seiner neuen Platte nicht zeigen mag. Da säuselt zwar was im Hallraum herum, was sich so anhören soll, aber wenn es auch nur halb so definiert wäre wie Brönners Bauchmuskeln, dann würde man sich als Hörer ja schon freuen. Doch es ist nur Gesäusel, und selbst alte Gassenhauer wie Bumpin’ werden unter seinen Händen zum lahmen Zock. So wie mir überhaupt die ganze Disk erstaunlich blutleer vorkommt, so ohne Höhepunkt, als wäre die perfekte Produktion wichtiger gewesen als die Musik. So etwas soll ja vorkommen.
Da sollte man vielleicht besser an die Wurzeln dessen gehen, was Lounge-Artisten wie Brönner heute wieder lau aufwärmen. Astrud Gilberto hat vor 40 Jahren eine legendäre Platte eingespielt: A Certain Smile, A Certain Sadness. Und plötzlich wird einem das Herz warm, denn was dem Hörer hier entgegensprudelt, ist die pure Freude. Und wissen Sie was? Diese Platte ist so grauenhaft produziert, dass es einem an manchen Stellen die Fußnägel aufrollt. Das zarte Stimmchen von Astrud, und dann bollert Walter Wanderley da mit seiner Hammond gegen die Tür, als gelte es, den Rest der Band zu Tode zu erschrecken. Eine Band übrigens, die sich an einigen Stellen hörbar nicht einig darüber ist, ob jetzt der Break kommt oder nicht. Aber all das spielt überhaupt keine Rolle, denn das Gesamtergebnis ist einfach wundervoll. Und da es hier gerade um den Bossa Nova geht: Im Juni soll nun endlich das berühmte Buch des brasilianischen Journalisten Ruy Castro über die Entstehung des Bossa Nova auf deutsch erscheinen: Bossa nova. Die Geschichte der brasilianischen Musik
. Dazu gibt es von Verve auch einen passenden Sampler mit den Ohrwürmern zum Buch: Bossa Nova – The Sound of Ipanema
.
Zurück in die Gegenwart, oder auch nicht, wie man es nimmt: Cassandra Wilson hat mit Thunderbird ein sehr traditions- und bluesorientiertes Album aufgenommen. Und ja, es ist wirklich gut gelungen. Ich bin kein großer Bluesfan, aber das hier ist fein. Sparen kann man sich hingegen die Anschaffung der neuen Platte des 84-jährigen Toots Thielemans, One More For The Road. Nett, wer da alles mitspielt, toll auch, was der alte Mann, der einst von Charlie Parker (noch als Gitarrist damals) in die USA geholt wurde, heute noch spielen kann, aber diese Platte ist mit seinen überflüssigen Bläser- und Streicher-Arrangements einfach zu sehr auf Kommerz getrimmt. Fehlkauf.
Zum Schluss etwas Jazz-Gitarre aus den 1950er Jahren: Verve (tschulligung, dass die hier so oft auftauchen, ist keine Absicht, fällt mir gerade nur auch auf) hat in diesem Jahr bereits mehrere Reissues auf den Markt geworfen mit bislang nicht mehr erhältlichen Aufnahmen großer Gitarristen. Am besten davon gefällt mir Good Pickin’s von Howard Roberts. Das ist sehr westcoastig und cool. Roberts spielt hier mit einem absoluten Hifi-Sound, den ich ganz erstaunlich finde für die Zeit der Aufnahme. Da merkt man, das er einer der besten und erfahrensten Studio-Gitarristen war. Musikalischer Höhepunkt ist für mich das Charlie-Parker-Stück “Relaxin’ At Camarillo” (Camarillo meint die Klinik – California State Mental Hospital -, in die Parker zum Drogenentzug eingewiesen wurde). In den (dankenswerterweise mitgelieferten) originalen Liner Notes spricht Roberts davon, dass er das Stück mindestens tausend Mal gespielt haben muss und eines seiner frühesten Jazzeinflüsse darstellt. Ach ja: Das famose Coverdesign sollte man echt nicht unterschlagen !
Selten habe ich mich bei der Planung einer Reise mehr verhauen als in diesem Jahr. Schon im letzten Jahr haben wir festgelegt, dass wird die erste Juliwoche in der Bretagne verbringen werden. Dass wir dabei die Fußball-WM vergessen haben, nun ja, auch in Frankreich wird es Fernsehen geben, aber gestern flatterte das aktuelle Programm der Jazz Baltica in Salzau ins Haus, und wer spielt da am 30. Juni und am 1. Juli? Yes, Pat Metheny! Und ich bin nicht da. Shit.
Am 30. Juni spielt er mit seinem Trio, wobei nicht Christian McBride, sondern Scott Colley am Bass dabei sein wird. Scott Colley ist in den letzten Jahren vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Jim Hall bekannt geworden. Gerade läuft hier ein Bootleg vom Hall-Colley-Duo, aufgenommen 1997 in Groningen. Sehr schön.
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(Ach ja, Jim Hall und Pat Metheny: Wenn Sie hören wollen, wo Pat Metheny sein Soundideal her hat, müssen Sie sich Jim Halls “Concierto” anhören. Eine der besten Jazz-Gitarren-Platten überhaupt. Da ist nicht nur alles drin, was Jim Hall so faszinierend und einflussreich gemacht hat, da ist auch der prototypische Pat-Metheny-Sound drauf, und zwar in einer Eindeutigkeit, wie ich sie von keiner anderen Jim-Hall-Aufnahme her kenne.)
“Artist in Residence” bei der Jazz Baltica ist übrigens Brad Mehldau, zu dessen Qualitäten man nicht mehr viel sagen muss. Was ich noch verpassen werde: Lizz Wright, das Bill Frisell Quintet und ein Special mit Nils Landgren, Christopher Dell und dem grandiosen Bassisten Lars Danielsson (der für mich der legitime Erbe von Niels-Henning Örsted-Pedersen ist).
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Nun gibt es für all dies Ungemach einen kleinen Trost, und das sind die wundervollen Podcasts von Pat Metheny. Vor wenigen Tagen ist der zweite erschienen, und Pat erzählt diesmal, warum das jüngst bei Nonesuch wiederveröffentlichte Album “Still Life (Talking)” für die Pat Metheny Group so bedeutsam war, wie es zu dem enormen kommerziellen Erfolg gekommen ist und wie er nach einer zweitägigen Audition in Brasilien einen Percussionisten gefunden hat, der allen anderen um “Lichtjahre voraus war”. Den Podcast gibt es am einfachsten über iTunes, da die PMG-Homepage leider etwas ungepflegt und chaotisch geworden ist.
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