Ich habe hier verschiedentlich über Georg Schweinfurth geschrieben, den großen Botaniker und Afrikaforscher. Jetzt gibt es in Berlin eine neue Ausstellung (Botanische Museum Berlin, vom 1. Dezember 2011 bis 4. März 2012) in dessen Rahmen bislang unveröffentlichte Originalzeichnungen gezeigt werden. Anlass ist der 175. Geburtstag dieses äußerst vielseitigen Forschers, der vom 29.12.1836 bis 19.9.1925 lebte. Als hervorragender Zeichner dokumentierte er auf Forschungsreisen im Nordosten des afrikanischen Kontinentes und der Arabischen Halbinsel seine ethnographischen, archäologischen, zoologischen und botanischen Forschungsobjekte. Die aktuelle Ausstellung zum Schweinfurth-Jubiläum zeigt 78 seiner rund 600 erhalten gebliebenen Pflanzenzeichnungen. Mit Ausstellungsbeginn geht Schweinfurths komplette Sammlung botanischer Zeichnungen online.
Historische Reise zu den Wurzeln des Sudan-Konflikts
Aus Anlass der Staatengründung im Süd-Sudan möchte ich noch einmal an einen wichtigen, jedoch weitgehend vergessenen deutschen Afrikaforscher erinnern: Georg Schweinfurth. Der Botaniker (und Geograph, Ethnologe, Sprachforscher, Ägyptologe etc.) gelangte um 1875 als erster europäischer Forscher über die Sumpfgebiete des Gazellenflusses hinaus Richtung Süden. Schweinfurth berichtete als erster authentisch von diesem Teil des Südsudan und dem heutigen Nordosten des Kongo. Mit seiner Schilderung der Sklavenjagden, mit denen die Araber des Nordsudans die schwarzafrikanischen Stämme des Südens terrorisierten, führt er den Leser an die Wurzeln des Konflikts, der den Kunstsstaat Sudan heute zerrissen hat. Die Reisebeschreibung Schweinfurths (Im Herzen von Afrika) kann beim Projekt Gutenberg nachgelesen werden. Bei Librivox gibt es auch eine Audio-Version.
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