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Bireli Lagrene und Sylvain Luc – Summertime

Im vergangenen Jahr hatte ich die Gelegenheit, die französischen Gitarristen Bireli Lagrene und Sylvain Luc im Rolf-Liebermann-Saal des NDR zu sehen, und bereits das war eine Offenbarung. Leider sind diese Konzerte alle durch Abos ausgebucht, und das Publikum besitzt die Abos schon mindestens ein halbes Jahrhundert, was in etwa die Alters- und Interessenstruktur widerspiegelt. Kurz: Der Funken beim Publikum sprang nicht wirklich über, und eine Anerkennung für die gitarristische Weltklasseleistung der beiden hätte eigentlich anders aussehen müssen. Aber gut, geschenkt.

summertimeDass Bireli Lagrene ein Wahnsinns-Gitarrist ist, braucht man niemand halbwegs Interessiertem mehr erzählen. Wie gut er wirklich ist, merkt man aber erst, wenn er die akustische Gitarre spielt, und das auch noch im Duett. Die Aufnahmen, die er vor einigen Jahren mit Vic Juris gemacht hat, sind hier ebenso zu nennen wie jene mit dem Basken Sylvain Luc. “Summertime”, die aktuelle CD der beiden, ist nämlich bereits die zweite des Duos. Und wer die erste verpasst hat, dem sei diese wirklich ans Herz gelegt. So viel Spielfreude, Virtuosität und Musikalität (sorry für die altmodischen Begriffe, aber anders mag ich es auch nicht sagen) auf einem Haufen, das ist schon selten. Allein die Tatsache, dass sie das ausgelutschte Summertime so frisch und neu interpretieren, zeigt, dass Lagrene und Luc zu jener Spezies gehören, die auch aus “Hänschen Klein” oder “Cheri Cheri Lady” ein musikalisches Erlebnis machen könnten, und das auch noch auf Zuruf.

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Auszeichnung für Blunatic

Das Album Blunatic des deutschen Gitarristen Joachim Schoenecker ist soeben von Archtop-Germany zur CD des Jahres erkoren worden. Ein Grund, auf diese Aufnahme aus dem vergangenen Jahr hinzuweisen, das wollte ich nämlich schon lange tun.

Joachim Schoenecker - Blunatic (2007)Das Album beginnt mit dem alten Kenny-Burrell-Kracher “Midnight Blue”, doch indem er dem Stück einen 5/4-Takt unterschiebt, macht Joachim Schoenecker schnell klar, dass seine Hommage an die goldenen Zeiten des Blue-Note-Labels keine Nostalgieveranstaltung ist. Im Trio wie im pianolosen Sextett zeigt Schoenecker ein feines Gespür für groovige Arrangements, was Blunatic zu eine Platte macht, die keinesfalls nur für Gitarristen interessant ist.

Ohne die beiden Alben zu kennen, die mit im oben genannten Wettbewerb waren, kann ich nur sagen: eine gute Wahl!

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